Abrams Berufung und Glaube
Genesis 12
In Genesis 12,1-9 ruft Gott Abram aus seiner Heimat Ur (später Haran) heraus und beauftragt ihn, in ein unbekanntes Land zu ziehen. Gott gibt Abram dabei weitreichende Verheißungen: Er wird ihn zu einem großen Volk machen, ihn segnen, seinen Namen groß machen und ihn zu einem Segen für alle Geschlechter der Erde bestimmen. Abram gehorcht diesem Ruf im Glauben, verlässt seine Familie und seinen Besitz und zieht mit seiner Frau Sarai und seinem Neffen Lot in das Land Kanaan. Dort angekommen, erscheint Gott Abram erneut, bestätigt die Verheißung des Landes für seine Nachkommen, und Abram baut dem HERRN einen Altar als Zeichen der Anbetung und des Vertrauens. Die Geschichte betont Abrams Glaubensgehorsam und vor allem Gottes Treue zu seinen Verheißungen, die letztlich in Jesus Christus ihre Erfüllung finden.
„Ur in Chaldäa“ / „Haran“: Diese Orte sind den Kindern unbekannt. Erklären Sie, dass Ur eine sehr alte, große und reiche Stadt war, in der viele Menschen lebten und Götzen anbeteten (insbesondere den Mondgott Sin) . Haran war eine wichtige Handelsstadt, eine Zwischenstation auf Abrams Reise . Zeigen Sie diese Orte idealerweise auf einer Karte, um die Weite der Reise zu verdeutlichen.
„Verwandtschaft“ / „Vaters Haus“: Für Kinder ist es wichtig zu verstehen, dass Familie damals einen viel größeren Schutz und Sicherheit bot als heute. Abrams Aufbruch bedeutete, diesen Schutz aufzugeben und ins Ungewisse zu ziehen .
„Verheißungen“: Dies ist ein zentraler Begriff. Erklären Sie, dass Verheißungen feierliche Versprechen Gottes sind, die er immer hält . Betonen Sie, dass Gottes Versprechen nicht wie menschliche Versprechen sind, die manchmal gebrochen werden.
„Segen sein“ / „gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“: Dies ist eine theologische Schlüsselbotschaft, die auf Jesus hinweist. Erklären Sie, dass Segen bedeutet, dass Gott Gutes tut und Gutes schenkt. Die Verheißung, dass alle Geschlechter der Erde gesegnet werden, ist eine Vorschau auf Jesus, durch den alle Menschen, die an ihn glauben, gesegnet werden können.
„Altar bauen“ / „Namen des HERRN anrufen“: Erklären Sie, dass ein Altar ein Ort war, an dem Menschen Gott anbeteten und ihm dankten. Es war ein Zeichen von Abrams Glauben und seiner Beziehung zu Gott .
„Kanaaniter“: Erklären Sie, dass dies die Menschen waren, die bereits in dem Land lebten, das Gott Abram versprochen hatte. Sie beteten andere Götter an. Dies zeigt, dass Abrams Glaube auch bedeutete, in einer fremden Umgebung zu leben und Gott treu zu bleiben.
Hier findest du einige hilfreiche Informationen zu der Lektion: Abrams Berufung und Glaube.
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Der unmittelbare Kontext
Die Berufung Abrams in Genesis 12,1-9 steht direkt nach der Geschichte vom Turmbau zu Babel (Genesis 11,1-9) und der Genealogie von Sem bis Abram (Genesis 11,10-32). Nach der Zerstreuung der Menschheit und der Zunahme der Sünde wählt Gott einen Mann aus, um durch ihn einen neuen Anfang zu machen und seinen Heilsplan fortzusetzen. Die Welt ist voller Götzendienst und Gottlosigkeit. Gott wählt Abram nicht aufgrund seiner Verdienste, sondern aus reiner Gnade, um einen Bund mit ihm zu schließen. Die Geschichte beginnt mit Terachs Umzug von Ur nach Haran, was als eine Art Vorbereitung auf Abrams eigentlichen Aufbruch gesehen werden kann, auch wenn Terach nicht das endgültige Ziel erreicht.
Der erweiterte Kontext
Die Berufung Abrams ist ein Wendepunkt im Buch Genesis und in der gesamten Heilsgeschichte. Die ersten 11 Kapitel (Urgeschichte) beschreiben die Schöpfung, den Sündenfall, die Flut und die Ausbreitung der Sünde und Gottes Gericht. Ab Kapitel 12 beginnt die Patriarchengeschichte, die sich auf die Erwählung eines Volkes konzentriert, durch das Gott seinen Erlösungsplan für die ganze Menschheit verwirklichen wird. Abrams Berufung ist der Beginn der Geschichte Israels und des Bundesvolkes Gottes. Die Verheißungen an Abram (Land, Nachkommen, Segen für alle Völker) ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Alte Testament und finden ihre ultimative Erfüllung in Jesus Christus, dem wahren Nachkommen Abrahams, durch den alle Völker gesegnet werden (Galater 3,8-9, 16). Abrams Geschichte dient als Vorbild für Glauben und Gehorsam (Hebräer 11,8).
Historische Epoche: Die Ereignisse werden auf etwa 2090 v. Chr. datiert. Dies markiert den Übergang von der Urgeschichte (1. Mose 1-11), die sich mit der gesamten Menschheit befasst, zur Heilsgeschichte, die mit der Erwählung eines einzelnen Mannes und seiner Familie beginnt.
Kultureller Kontext: Es war eine Zeit des Polytheismus und Götzendienstes. Abrams Familie selbst betete Götzen an (Josua 24,2). Gottes Ruf an Abram, nur Ihm zu vertrauen und zu folgen, war daher radikal und gegenkulturell.
Sozialer Kontext: Die Gesellschaft war in Großsippen und Stämmen organisiert. Die Familie bot rechtlichen Schutz, soziale Identität und wirtschaftliche Sicherheit. Gottes Befehl, die Verwandtschaft und das Vaterhaus zu verlassen, war daher eine Aufforderung, alle menschlichen Sicherheiten aufzugeben und sich völlig auf Gott zu verlassen.
Gott (der HERR): Er ist die treibende Kraft der gesamten Erzählung. Er wählt Abram souverän aus einer götzendienerischen Kultur aus, um seinen Heilsplan zu beginnen. Sein Reden ist eine gnädige Zuwendung zum Menschen. Er gibt Abram nicht nur einen Befehl, sondern auch weitreichende Verheißungen, die seine Treue und Allmacht unterstreichen.
Abram/Abraham: Sein Name bedeutet „erhabener Vater“ . Später wird Gott seinen Namen in Abraham ändern, was „Vater einer Menge“ bedeutet. Er ist 75 Jahre alt, als er Haran verlässt, was seinen Glaubensgehorsam besonders hervorhebt. Obwohl er aus einer Familie von Götzendienern stammt (Josua 24,2), wird er durch seine Bereitschaft, Gott zu vertrauen, zum „Vater des Glaubens“ und zu einem „Freund Gottes“ .Sein Leben wird zum Urbild des Glaubens, der sich im Gehorsam zeigt.
Sarai/Sara: Ihr Name bedeutet „die Fürstliche“ oder später „Fürstin“. Sie ist Abrams Frau und wird als unfruchtbar beschrieben, was die Verheißung eines großen Volkes aus menschlicher Sicht unmöglich erscheinen lässt und Gottes Macht umso mehr betont.
Lot: Sein Name bedeutet „Verhüllung“ oder „Schleier“ . Er ist Abrams Neffe, der Sohn seines verstorbenen Bruders Haran. Er schließt sich Abram an, doch die Dokumente deuten bereits an, dass seine Begleitung später zu Konflikten führen wird . Trotz seiner späteren Fehler wird er im Neuen Testament als „gerecht“ bezeichnet (2. Petrus 2,7) .
Terach: Sein Name bedeutet „Zauderer“ oder „Zögerer“. Er ist Abrams Vater und leitet den ersten Teil der Reise von Ur nach Haran. Dort bleibt die Familie jedoch bis zu seinem Tod sesshaft. Sein Zögern steht im Kontrast zu Abrams entschlossenem Gehorsam nach Terachs Tod.
Die Kanaaniter: Sie sind die heidnischen Bewohner des verheißenen Landes. Ihre Anwesenheit macht deutlich, dass das Land nicht leer ist. Abram muss seinen Glauben inmitten einer fremden und götzendienerischen Kultur leben, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt.
Ur in Chaldäa: Dies war keine primitive Siedlung, sondern eine hoch entwickelte sumerische Metropole im südlichen Mesopotamien (heutiger Irak) . Archäologische Funde belegen zweistöckige Wohnhäuser, Wasserleitungssysteme und großen Wohlstand. Im Zentrum der Stadt stand der Tempel des Mondgottes Sin, was die tief verwurzelte Götzenanbetung der Kultur zeigt. Abram verließ also nicht nur seine Familie, sondern auch einen luxuriösen Lebensstandard und soziale Sicherheit.
Haran: Eine wichtige Handelsstadt im nordwestlichen Mesopotamien (heutige Türkei), etwa 1300 km von Ur entfernt. Die Familie ließ sich hier für längere Zeit nieder, bis Terach starb. Der Ort symbolisiert eine Zwischenstation – einen Ort des Zögerns auf dem Weg zur vollen Erfüllung von Gottes Ruf.
Kanaan: Das Land westlich des Jordans, das Gott Abram als Verheißung gibt. Es ist das Ziel von Abrams Reise. Die Strecke von Haran bis dorthin beträgt ca. 900 km.
Sichem und die Terebinthe More: Sichem war ein zentraler Ort in Kanaan. Die „Terebinthe More“ war wahrscheinlich ein Orakelbaum, der von den Kanaanitern für ihre heidnischen Rituale genutzt wurde.
Bethel und Ai: Bethel bedeutet „Haus Gottes“. Indem Abram hier sein Zelt aufschlägt und einen weiteren Altar baut, etabliert er sein Leben in Kanaan als eine Existenz zwischen „Zelt und Altar“ – ein Leben als Pilger, das von ständiger Anbetung und Gemeinschaft mit Gott geprägt ist.